09 Mai 2006

Schluss aus, die Maus


Nach nunmehr 15 Wochen, 5000 km mir dem Zug, 6000 km mit dem Bus, 800 Motorradkilometern und 300 km auf dem Wasser sind wir ganz schoen reisemuede.
Es ist Zeit fuer uns, nach Hause zu kommen und dem Ernst des Alltags die Stirn zu bieten.
Unsere Koepfe sind voller Eindruecke, die wir zum Teil wohl nie vergessen und andererseits wohl nie ganz erfassen koennen.
Schoen wars!!!

Das Experiment einen Blog zu schreiben hatten wir uns anfangs eigentlich voellig anders vorgestellt. Wir dachten, man koennte verreisen und alle Interessierten irgendwie mitnehmen und einen engen Kontakt halten, um sich untereinander auszutauschen. Schliesslich bietet einem das Internet ja fast unbegrenzte Moeglichkeiten. Wir mussten unsere Einstellung dem Tagebuch gegenueber aber aendern. Nun ist es fuer uns eine Sammlung unserer Erlebnisse und Gedanken.
Wer denkt, es waere eine gute Idee seinen naechsten Urlaub auf diesem Wege zu verewigen, sollte aber wissen, dass es viele Nervenzellen kostet...und Zeit, Zeit, Zeit!
Trotz der unglaublichen Muehe haben wir es nie bereut!
Also vielen Dank fuer die Idee und Umsetzung an Sascha und Martin.

Wer uns nun fragt, was uns am besten gefallen hat, koennen wir das nicht so einfach beantworten, da alle Laender unvergleichlich sind.
Indien ist unglaublich dreckig und ehrlich. Man ist so nah am Leben und Sterben, wie in keinem anderen Land. Entweder man liebt es, oder man will so schnell wie moeglich weg.
Wir lieben Indien!
Thailand ist die westliche Variante des Suedostasienurlaubs. Alles ist geordnet. Man haelt sich an die Verkehrsregeln, wirft seinen Muell in den dafuer vorgesehenen Eimer und waere gern Japan. Leider bleibt man als Tourist nur Beobachter.
Laos waere gern wie Thailand, kann aber ( noch ) nicht den Komfort bieten, verlangt aber gern das doppelte dafuer. Bezueglich des menschlichen Miteinanders haben wir uns nicht immer so wohl gefuehlt ( nicht nur koerperlich ), was aber auch daran gelegen haben kann, dass wir fast nur in Touristengebieten unterwegs waren.
Luang Prabang ist jedoch ein wunderschoener Traum franzoesischen Kolonialismus’, der unbedingt einen Besuch wert ist.
Vietnam zeigt ueberall Narben der letzten 100 Jahre Besatzungszeit. Die Menschen sind aber unglaublich freundlich und aufgeschlossen, wobei sie aber immer ihren Pragmatismus behalten.
...jetzt haben wir also doch Aepfel mit Birnen verglichen...

Die obligarorischen Fragen, wie „ Na, wie wars? Erzaehlt mal?!“ werden ja jetzt hoffentlich nicht mehr kommen....



In diesem Sinne: ...Schluss aus, die Maus...

05 Mai 2006

Walk on the wild Side


Irgendwie ist es uns von Saigon aus moeglich auf Hinterindien zuzugreifen und die angenehme Ueberraschung ist ganz auf unserer Seite. Wie geil ist es, wenn man seine eigenen Gedanken und Fotos nun auch selbst im Internet lesen kann!

Die Uhren scheinen also in Saigon etwas anders, als im restlichen Vietnam zu ticken. Nicht nur der Internetzugang scheint uneingeschraenkt zu sein, auch in allen anderen Bereichen befindet man sich hier in einer westlichen Grossstadt mit der Betonung auf gross!
Hier sollen 10 Millionen Menschen auf engstem Raum mit ihren geschaetzten 4 Millionen Motorraedern leben. Zusammen machen sie aber Laerm fuer 40 Millionen!
Es ist manchmal so extrem, dass wir unseren Fernseher am spaeten Abend im 2. Stock auf volle Lautstaerke drehen muessen, um ueberhaupt etwas zu verstehen. Gespraeche auf der Strasse arten regelmaessig in Schreiorgien aus.
Je kleiner der Mann, desto groesser das Gefaehrt ( der Laerm )...ich bin ja kein Psychologe, aber....

Die Strasse zu ueberqueren wird zur Lebensaufgabe, wenn man darauf wartet, dass sich eine Luecke im Verkehrsfluss auftut. Man muss sich einfach in den Strom von Motorraedern begeben, wenn mal nicht so viele Busse unterwegs sind, die einen definitiv platt machen wuerden; dann einfach versuchen die Dynamik der Bewegung um sich herum aufzunehmen und man erreicht die andere Strassenseite etliche Stossgebete spaeter....wenn man Glueck hatte.
3 bis 4 Menschen taeglich haben dieses Glueck nicht.

Die Hitze ist so unertraeglich geworden, dass wir einfach nur Regen und schlechtes Wetter wollen! Da kommt uns die Heimkehr in ein paar Tagen ja recht gelegen. Man sitzt und schwitzt...den ganzen Tag! Die Duschrekorde werden taeglich gebrochen und die Naechte bleiben schlaflos; man koennte auch sagen, dass wir genug von den Tropen haben und uns ganz schoen auf zu Hause freuen.
Nicht, dass es uns ankotzt, dass wir hier her gekommen sind, eher im Gegenteil. Aber die extremen Temperaturen haelt man einfach nicht ewig aus. Wir sind ja auch so clever, den ganzen Tag irgendwo in der Stadt rumzukriechen, um was zu sehen.
Der Kaufrausch hat uns wieder und wir haben nicht mal erst versucht ihm zu entkommen. Als wir in Bangkok waren, dachten wir schon, dass es nicht billiger gehen kann; das war ein Irrglaube.
Man kann sich schon den einen oder anderen Tag damit vertreiben die lokalen Maerkte und Kaufhaeuser abzusuchen. Die letzteren sind unsere eindeutigen Favouriten, da man da bei erfrischenden Temperaturen nicht nur Geld ausgeben kann, sondern sich auch ein wenig erholen kann.
Klar gibts auch Tempel in der Stadt, aber ganz nach dem Motto „ Kennste einen, kennste alle!“,
schenken wir uns die meisten dieser Kulturgueter.
Viel interessanter erscheinen uns da die Museen, die in erschreckender Deutlichkeit die dunkelsten Seiten des Krieges beleuchten. Wenn man Fotos von lachenden US Soldaten sieht, die die Ueberreste von Vietnamesen in die Kamera halten, wird einem echt anders.
Bei all den furchtbaren Dingen, die hier angerichtet wurden, fragen wir uns taeglich, wieso hier alle so freundlich gegenueber uns Fremden sind.
Klar, dass man mit allem, was man erreicht hat rumprotzt. Daher findet man ueberall in der Stadt die abgeschossenen Helikopter, Flugzeuge und Panzer „des Feindes“ als Trophaee aufgestellt.

Heute haben wir als letzte Busfahrt in diesem Urlaub noch eine Tour drangehaengt. Die ganze Zeit haben wir ueber solche Fahrten gewettert, und zum Abschluss mussten wir es dann doch tun. Zu unserer Ueberraschung, war es aber sehr angenehm, da keine prolligen Amis oder Israelis mit an Bord waren und der Guide richtig cool war.
Der Tempel ( huch, schon wieder einer ) der Cao-Dai Sekte liegt 100 km noerdlich von Saigon, eine Distanz, die ich nie im Leben auf einem Motorroller bewaeltigen wollte.
Der Glaube der Cao-Dai ist eine wilde Mischung aus Buddhismus, Daoismus, Konfuzianismus, Katholizismus; ich glaube, das waren alle.
Das Ganze wird dann noch in grellste Farben verpackt und ist das idaele Ziel fuer jede Linse der fotohungrigen Touristen.
( Ich weiss gar nicht mehr, was ich dazu noch schreiben soll.
Falls irgend jemand noch Fragen zu dem Thema hat, wuerden wir gern in einem persoenlich Gespraech naeher darauf eingehen. )
Am Nachmittag gings dann zu den Tunneln von Cu Chi. Hier, nur 60 km von Saigon, und damit von Feind, entfernt, wurden riesige unterirdische Anlagen von Vietcong gebaut. Die haben hier tatsaechlich in muehevoller Kleinarbeit mit Hacke und Koerbchen eine 3 bis 4 stoeckige, ueber 200 km lange Tunnelanlage in den Lehmboden getrieben. Die hatten da echt alles mit bedacht; es gab Kuechen mit speziellen Rauchabzugskonstruktionen, Aufenthalts- und Kommandoraeume, Fluchtausgaenge unter Wasser und auch etliche moerderische Tretfallen fuer Feinde, die doch mal den Eingang gefunden hatten.
Die Amis hat das gar nicht erfreut und somit verwandelten sie das gesamte Gebiet in einen riesigen Schutthaufen. Die haben hier alles nur irgendwie giftige abgeworfen, was sie nur finden konnten. Von Napalm ueber Dioxin bis hin zu Dieseloel.
Von Bomben wollen wir nur so viel sagen, dass das Gebiet auch „ eisernes Dreieck“ genannt wird und die ansaessigen Bauern nach dem Krieg pro Quadratmeter 1 Kilo Metallsplitter gefunden haben.
Nachdem uns gezeigt wurde, wie furchtbar der Krieg ist, konnte man dann selber mit AK 47 oder M 14 zeigen, wie treffsicher man ist. Da wurde mal eben in 10 Minuten das Monatseinkommen einer vietnamesischen Familie verballert...gut, dass die Antikriegskampagne bei jedem so gut greift...

30 April 2006

Zonengrüße aus Dalat

Nachdem wir erfolgreich der Tropenhitze von Nha Trang entkommen sind, landeten wir im verregneten, 1500m ueber dem Meeresspiegel gelegenen Dalat. Der Reisefuehrer hatte nicht zu viel versprochen und wir wurden mit einem erfrischenden Regenguss!!! empfangen. Schoen kalt und bergig, genau wie wir es uns gewuenscht hatten. Die Sonne scheint nur bis Mittag und dann wirds nass-kalt, das ist alles irgendwie wie zu Hause!
Naja, so richtig wie zu Hause isses doch nich, eher wie ein sozialistisches Potpourri aus einem Urlaub in der Hohen Tatra, Fitschimarkt und ganz viel Ostalgie.
Man fuehlt sich wie in einem Tschechenurlaub kurz vor, oder nach der Wende. Die Laeden haben einen Haufen Westsachen, aber sehen selber noch aus wie in dunklen HO Zeiten. Auf dem Markt gibts rote Beete und Erdbeeren, nur die Oblaten fehlen.
Das Marktgebaeude wurde zwar von den Amis gebaut ( nachdem sie die Stadt zerstoert hatten ), sieht aber nach tiefster Zone aus, mit Fahne auf dem Dach und allem was sonst noch dazu gehoert.
Die Landschaft ist wie aus Europa geklaut, mit den passenden Nadelwaeldern und nicht so dichter Unterholzvegetation.
Fuer die Vietnamesen ist der Ort ein Kuriosum, was sie in Hundertschaften anzieht, da es als getraeumter Europa-Urlaub fungiert. In der naeheren Umgebung gibt einige mehr oder weniger sehenswerte Dinge, wie den "Seufzer-See", oder die scheinbar ueberall vorhandenen Wasserfaelle. Beim Besuch derartiger Sehenswuerdigkeiten, wird man ungewollt Zeuge/Opfer der unglaublichen vietnamesischen Kitschfreude.
Der Wasserfall, den ihr auch auf den Fotos bewundern duerft, ist ein einziger Kitsch-Vergnuegungspark. Von der mini Seilbahn, ueber Kutschfahrten, bis zum Bogenschiessen kann man alles in aus Gips nachgebauter Naturszenerie genießen. Der Gipfel des schlechten Geschmacks sind jedoch die Tretboote in Schwanenform, fuer uns natuerlich ein Anlass gleich mal ne Stunde ueber den ( kuenstlich angelegten ) See zu schippern. Da die komische Chinesentechnik in dem Vogel jedoch nicht fuer die Ewigkeit gebaut wurde, muehten wir uns ordentlich ab, das daemliche Boot ueberhaupt von der Stelle zu bewegen.
Die gewohnte Umgebung wird aber recht schnell langweilig. Fuer Vietnamesen ist das sicherlich ueber eine komplette Urlaubsspanne sehenswert, fuer uns ist es eher das Startsignal nach Saigon.
Demzufolge machen wir uns also schon heute auf nach Ho Chi Minh City, so der politisch korrekte Name. Wir werden also in unserer Zieldestination einige Zeit verbringen und uns wieder auf Grossstadtluft einstellen.
Wahrscheinlich werden wir noch 1-2 Tage ins Mekongdelta abtauchen, das kommt ganz auf unsere Lust an.

25 April 2006

Impressionen aus Nha Trang

Da wir in der letzten Zeit nicht gerade viel Spannendes erlebt haben, das heisst, wir machen gerade einen erholsamen Urlaub, gibts heute "nur" ein paar Eindruecke aus dem "Nizza Vietnams".
Wir sind den ganzen Tag nur am relaxen, essen, lesen und schlafen; das "Highlight" des heutigen Tages war zum Beispiel ein Backgammonspiel mit einem Vietnamesen, der noch nie etwas derartiges gespielt hat. Er hat sich angestellt, wie der erste Mensch, und dann, mit uebelstem Wuerfelglueck, tatsaechlich noch fast gewonnen.
Man sieht, wir entspannen uns im Finale unseres Urlaubs noch mal aufs Aeusserste, nur ab und zu cruisen wir mit dem Moped ( fuer schlappe 2 Euro am Tag ) die Strandpromenade entlang oder trinken ein kuehles Blondes ( fuer 30 Cent pro Pitcher ).
Das Leben kann so anstrengend sein!!! ;)



Der ehemalige Kaiser von Vietnam wusste schon, wie es sich anstaendig mondaen lebt...Blick von seiner Residenz auf den angrenzenden Hafen.





...Na gut, ein bischen Kultur musste auch sein. Die Cham Tuerme, auf einem Berg ueber den Daechern der Stadt. Endlich konnten wir mal wieder einen heiligen Ort besuchen, der auch die passende Aura besass. In den letzten Laendern mussten wir leider feststellen, dass, aehnlich wie bei uns zu Hause, zwar Gotteshaeuser da stehen, der Glaube aber nicht gelebt wird. Hier sassen (mal wieder) Frauen vor den Tuermen und sangen, und drinnen wurden Raeucherstaebchen angezuendet und Opfergaben geleistet. Vielleicht lag es ja daran, dass die Chamtuerme hinduistischen Ursprungs sind...


Der andere Vorteil der Chamtuerme ist der Umstand, dass sie sich direkt ueber dem wundervollen Fischerhafen befinden und einem eine gute Vogelperspektive auf das Geschehen zu Wasser bieten. Es ist der totale Farbflash, die zahllosen bunten Boot auf dem tuerkisen Meer zu sehen! Wer auf die ultimative Hafenromantik steht, sollte sich auf nach Nha Trang machen.

Die architektonischen Zeugnisse des Sozialismus haben natuerlich auch in Nha Trang ihre Spuren hinterlassen und bieten heute den Bewohnern die Moeglichkeit am Abend zusammen abzuhaengen. Der traumhaft illuminierte Palast mit seinem Vorplatz scheint DER Treffpunkt der Einheimischen zu sein, wenn es Abend wird und die laestige Sonne nicht mehr so unerbittlich niederprasselt. Jung und Alt sitzt dann zusammen rum, um sich beim Abendessen zu unterhalten...na ja gesoffen wird auch ganz ordentlich!


Das hier ist Motorradbraut Antje in ihrem lokaltypischen Outfit. Immer nach dem Motto:
"Bloss keine Sonne auf meine Marmorhaut!"

21 April 2006

You want to buy something?!



So wird man hier in jedem Laden, an jedem Strassenstand und von ueberhaupt jedem angesprochen. Nicht, dass der Verkaeufer eine beratende Position einnimmt, nein, es ist letztlich egal was man kauft, Hauptsache ist, dass man sein Geld in genau diesem Laden laesst.


Simultanuebersetzungen von einer Sprache in eine andere sind manchmal doch ein Problem, und wenn es nur der Ton des Ausdrucks ist.
Man wird aber immer wieder versoehnt, wenn man das Laecheln sieht und die Freundlichkeit in den Augen.
Da wir in den letzten 10 Tagen einiges an Vertrauen gegenueber den Vietnamesen gewonnen hatten, entschieden wir uns auch fuer die bereits angesprochene Tour am gestrigen Tage in ein kleines Dorf in der Naehe von Hoi An. Der Fuehrer war ein total netter Mann, der vor einiger Zeit den Entschluss gefasst hatte, seinen Lebensunterhalt mit kleinen Fuehrungen durch sein Dorf, zu bestreiten.

Uns erwartete nicht die grosse Sensation, sondern einfach ein normaler Tag in einen stinknormalen vietnamesischen Dorf. Das war genau das, was wir wollten. Somit wurden wir gestern frueh von ihm und einem befreundeten Fahrer mit dem Moped abgeholt und 30 Minuten spaeter sassen wir schon in seinem Wohnzimmer und er erklaerte uns im Schnelldurchlauf die vietnamesische Geschichte und seine Rolle, wie auch die seiner Familie, waehrend der letzten 100 Jahre. Alles recht interessant, vor allem, dass er fuer Suedvietnam und damit fuer die Amis gekaempft hat, waehrend z.B. sein Onkel diverse Auszeichnungen vom Vietkong erhalten hat. Die innerfamiliaere Problematik, die daraus entsteht, wird einfach mit Schweigen, was politische Themen angeht, geloest.
Der Rundgang in seinem Dorf war echt der Hammer, vor allem, dass wir einfach in jedes Haus spazieren konnten, egal ob die Eigentuemer gerade Mittagsschlaf hielten oder geschaeftig waren. Im 10000 Seelendorf gibt es keine Schloesser oder auch nur Hausnummern fuer die Post, da jeder jeden kennt und deshalb nichts wegkommt, bzw. ankommt.
Natuerlich waren wieder mal alle extrem freundlich, was manchmal nicht so verstaendlich ist, wenn man bedenkt, dass die armen Schweine hier seit 100 Jahren von einem Besatzungstrauma ins andere taumeln. An deren Stelle wuerde ich hier jedem Ami nen Arschtritt geben, statt sie aufs Freundlichste zu begruessen.
Nach einem opulenten Essen, gekocht von Mr. Phong's Frau, gings wieder nach Hoi An, um den Abend entspannt ausklingen zu lassen.
Schliesslich brauchten wir ja noch etwas Kraft fuer den heutigen Tag. Wir mieteten uns mal wieder ein Motorrad, mit dem wir die Cham-Stadt "My Son" erkundeten. Mal wieder wares ein Weltkulturerbe, was wir besuchten. Bei gleissenden 37 Grad mussten wir allerdings erstmal 2 km weit vom Parkplatz aus bis zur Ruinenstaette laufen. Bei 37 Grad im Schatten war das mal wieder eine echte Herausforderung, zumal es keine Schatten gab. ( Die Sonne steht immerhin im Zenit! )
Gluecklicherweise hatten wir aber Antje's Sonnenschirm dabei, der mir sonnenscheuen Wesen die buchstaebliche Haut rettete. Neben dem praktischen Nutzen kam so auch meine feminine Seite besser zum Tragen, oder?! :)
Die paar alten Steine waren schnell besichtigt und es ging, so schnell es die Hitze zuliess, wieder auf den Bock. Wer mit dem Gedanken schwanger geht, eine laengere Motorradtour zu machen, sollte sich unsere ernst gemeinte Warnung zu Herzen nehmen: Der Hintern verwandelt sich nach spaetestens 30 Minuten in einen leblosen Klumpen Fleisch...oder Fett; je nachdem. ;)
Den Abend verbrachten wir gepflegt am Strand, so ganz ohne Stress...
Wenn der Vietnamese mit der Schwerstarbeit aufhoert, erholt er sich auch gern am Wasser, so jedenfalls unsere Vermutung, nachdem wir die Unmengen kleiner Charlies am Meer gesichtet hatten. Der eindeutige Vorteil dessen ist jedenfalls, das Erscheinen von extrem guten Koch-Muttis, die zum Spottpreis jeden Pseudo-Edel-Touristenkoch an die Wand spielen. Nach einigem hin und her gabs sogar eine vegetarische Variante der Lokalspeziatitaet "Cao Lau".

Abschliessend noch ein Wort an Euch alle. Wir wissen nicht, wie sich der Blog entwickelt und uns faellt es nicht immer leicht einen neuen Text zu verfassen, da uns der visuelle Ansporn fehlt.
Wir koennen Eure Comments und E-mails lesen, und jedes Wort von Euch ist Treibstoff fuer neue Zeilen.
Danke

18 April 2006

Good Morning Vietnam

Es war ja klar, dass wir irgndwann dem Drang nachgeben mussten, so glaeufige Phrasen wie "good morning Vietnam" anzunehmen. Nach fast 3 Monaten Blog schreiben, und damit auch jedes Mal eine passende Ueberschrift finden, ist der Erfindungsgeist bald erschoepft. Allerdings passt die Ueberschrift auch irgendwie gut zu Hoi An, der Stadt, in der wir uns gerade befinden. "Stadt" ist sicherlich geschmeichelt da es sich hier eher um ein groesseres Dort handelt. Vor 10 Jahren kannte noch keine Menschenseele dieses beschauliche Oertchen, inzwischen ist es zu DEM Touri-Hotspot geworden. In Reisefuehrern wird behauptet, dass man Vietnam nicht gesehen haette, wenn man nicht in Hoi An war. Klar, dass wir uns die Anhaeufung von Schneidern, Cafes und Souvenirlaeden nicht entgehen lassen. ;)
Aber zu unserer Ueberaschung stoert uns das massive Aufgebot von Tourbussen und der entsprechenden Zahl an Touristen nicht sonderlich. Entweder sind wir abgehaerteter, oder das Gesamtbild entspricht eher unserer Vorstellung von einem Urlaubsgebiet.
Den Reiz an Hoi An macht die altertuemliche Architektur eines asiatischen Fischeroertchens aus. Man kommt sich beim spazieren gehen vor, als ob man um hundert Jahre zurueck versetzt ist und als sehe man chinesische, japanische, indische und franzoesische Seefahrer durch die kleinen Gassen streifen.
Wenn man von den unzaehligen kleinen Laedchen, die alle so ungefaehr das gleiche anbieten, absieht, kann man sich wohl kaum ein schoeneres uns charakteristischeres Reiseziel vorstellen. Man schlendert an der Flusspromenade mit kleinem Fischerhafen entlang und kann mit dem Fahrrad innerhalb weniger Minuten den Strand erreichen. Dieser sieht aus, wie in der Werbung, mit Schatten spendenden Kokospalmen, weissem Sand. Man wird von allen Seiten bedient, da man ja den Touristendollar in der Tasche hat und kann sich wie im 7. Himmel fuehlen. Das Einzige, was dabei auf der Strecke bleibt, ist der Hauch von Abenteuer. Vielleicht fuehlen wir uns jetzt im Moment ja auch deshalb so wohl, da wir die letzten Monate einiges Abenteuerliches erlebt haben und wir gerade einen Schuss Erholungsurlaub wollen.
Gestern haben wir also den Pauschaltouristen gemimt und sind, nach einem Fruehstueck um 12, zum Strand gefahren, um dort einfach mal nichts zu tun. Die Parole fuer den gestrigen Tag hiess also "Chill out!".
Wir sind aber scheinbar nicht so richtig fuer so eine Art von Urlaub geschaffen, da wir heute schon wieder der "Kultur" den Vortritt liessen. Die diversen Weltkulturgueter waren aber schnell "abgearbeitet" und somit wird der Nachmittag wohl wieder sehr ruhig verlaufen. Einfach irgendwo hin setzen und den Einheimischen beim Arbeiten zusehen. Das macht Spass! :)
So kann man sich doch einen perfekten Urlaub vorstellen, oder?!
Vorgestern abend haben wir einen aelteren Mann kennen gelernt, der fuer einige Interessierte einen Rundgang durch sein Dorf organisiert und ein paar Anekdoten aus der Kriegszeit parat hat. Das ist unser Ziel fuer morgen; wir sehen hoffentlich ein paar alltaegliche vietnamesische Familienszenen und er bessert sein Einkommen auf...
Mal sehen, wie sich der Tag entwickelt, mehr davon gibts beim naechsten Mal.

Wichtig waere noch zu erwaehnen, dass die Sonne bei uns im Zenit steht! ;)